Samurai Karate
    • Interaktive Karte: Okinawa ist die Hauptinsel der Kyuryu-Kette
    • Hafen von Naha Der Hafen von Naha, Okinawa (zeitgenössische Darstellung)

Eine kurze Geschichte des Karate (2/2)

Seit der Invasion im Jahr 1609 gehören die Ryukyu-Inseln zu Japan. Te, (wörtl. „die Kampfkunst der Hand”) ist auf Okinawa vermutlich über einen Zeitraum von etwa eintausend Jahren entwickelt worden. Karate – wie wir es heute kennen – ist das Ergebnis einer dynamischen Synthese und Verschmelzung von Okinawa Te und der harten chinesischen Kunst des Shaolin Tempel Boxens. Es gab zudem einen großen Einfluss (abhängig von den jeweiligen Schule) der weichen bzw. internen Schulen des chinesischen Boxens, wie es in Südchina gelehrt wurde. Der Einfluss Japans wird u.a. im Graduierungssystem der meisten großen Stile deutlich. Der größte japanische Einfluss führte jedoch zum Übergang vom Karate-jutsu zum Karate-Dō, ein Übergang, der den klassischen japanischen Kampfkünsten, darunter Karate, ihre feudale Form genommen und in ein Format gewandelt hat, welches für das 20. Jhd. akzeptabel war.

Während Te sich zu dem Kampfsystem auf den Ryukyu Inseln entwickelte, gab es drei Regionen, die diese Entwicklung wesentlich beeinflussten. Diese Gebiete waren die Hauptstadt Shuri, der Hafen von Naha und die Satellitenstadt von Tomari. So wurde das System auf regionaler Basis gestaltet und als Shuri-Te, Naha-Te und Tomari-Te bekannt. Obwohl es Unterschiede zwischen den Systemen gab, muss berücksichtigt werden, dass die drei Städte nur wenige Kilometer voneinander entfernt waren. Durch die konstante Interaktion gab es wahrscheinlich weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Viele der Eigenheiten sind vermutlich auf die verschiedenen chinesischen Einflüsse zurückzuführen. Die Vertreter des Shuri-Te waren weitgehend höfischen Adels und wurden häufig von Diplomaten und hochrangigen Militärs wie dem chinesischen Gesandten Kushanku (vermutlich der ursprüngliche Lehrer der Katas der Kushanku-Gruppe) ausgebildet, während die Menschen in Naha weitgehend durch Kaufleute und Seeleute bzw. ihren eigenen Händlern oder Segler, die von Reisen in andere Gebiete zurückkehrten, beeinflusst wurden. Es ist interessant, dass der chinesische Kaiserhof, der maßgeblich an der Entwicklung des Shuri-Te (später Shotokan in Japan) beteiligt war, weitgehend bhuddistische oder konfuzianischen Überzeugungen (ursprüngl. Shaolin-Tempel, harter Kampfkunst-Stil) pflegte, während Naha-Te (später Goju) eindeutig durch die weicheren, taoistischen und inneren Künste des südlichen Chinas beeinflusst wurde.

Um 1480 erließ der König Okinawas (Sho Chin), der große Schwierigkeiten mit den Adligen dieser Zeit hatte, das mittlerweile berühmte Verbot des Tragens von Waffen. Diese Regelungen sollte bis zur japanischen Besetzung im Jahre 1609 in Kraft bleiben. Der japanische Shogun übernahm die Praxis, den Bewohnern von Okinawa das Tragen von Waffen nicht zu erlauben, aber das Verbot galt nicht für die japanischen Samurai der Besatzungstruppen. Als Ergebnis verfolgte der Adel Okinawas die Weiterentwicklung der Kunst des Te. Interessant ist, dass die Kobujutsu Künste (das traditionelle Waffensystemen von Okinawa) weitgehend von den Bauern und Fischern entwickelt. Während des neunzehnten Jahrhunderts war der chinesische Einfluss so stark, dass Te T'ang-Te (China Hand) genannt wurde – bis Anfang des 20. Jhd. und zur Umbenennung in Kara-Te (Leere Hand).

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Martin Kulawik Kommunikationsberatung
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